Das Theaterstück in dem ich eine Rolle spiele

Vorhang

Das Theaterstück ist für mich das Leben, was ich lebe. Meine Rolle als Sigrid, in diesem Theaterstück spielte ich sehr gewissenhaft und mit Ehrgeiz. Ich war so gewissenhaft, dass ich sämtliche Dramen aus diesem Theaterstück immer und immer wieder spielte. Ich wartete auf den Applaus, den ich doch am Anfang bekam. " Och, das tut mir leid " " Was du alles durchmachen musst " " Du hast es nicht leicht im Leben " usw.… mit der Zeit wurde ich in diesem Spiel zu meinem Drama. Ich spielte schon lange nicht mehr Sigrid. sondern mein Drama. Den Zuschauern in meiner Welt wurde es langsam langweilig. Wer hat schon Lust, immer wieder dasselbe Theaterstück zu sehen und dann noch zu applaudieren?

So spielte ich jahrelang, oder besser gesagt, jahrzehntelang mein Drama nur für mich und applaudierte mir selber zu. " Ach was bin ich doch ein armer Mensch „. " Keiner mag mich " Keiner will mich sehen " " Nichts kann ich auf die Reihe bringen, noch nicht einmal mein Theaterstück.

Mein Theaterstück und ich in dieser Rolle waren am Ende, einfach langweilig und ausgelutscht.

Bis ich anfing, mein Theaterstück und die Dramen darin zu beleuchten. Wer zwang mich eigentlich dazu, mein einstudiertes und bis zum Erbrechen stetiges Wiederholen meiner Dramen zu spielen?

Keiner, außer ich selber.

Ich war doch nur noch die einzige, für die ich spielte. Brauchte ich meine Dramen?

Diese Frage an mich selber, schlug wie eine Bombe ein, in mein innerstes

Nein, ich brauchte diesen alten ausgelutschten Dramen nicht mehr, wo ich eh wusste, wie leidvoll, sie für mich enden würden.

So, verließ ich meine Dramen, ich schlug das Buch zu, ich wollte das nicht mehr weiterspielen. Es war langweilig und einfach nicht mehr Gewinn bringend und ich änderte das Theaterstück, dass ich spiele. Dramen kommen ab und zu noch mal vor. Ich halte sie jedoch nicht mehr in Dauerschleife fest, sondern ändere meine Rolle in diesem Spiel, bewusst gesteuert in neue Erfahrungen, die nichts mehr mit den alten Dramen zu tun haben.

Die Zuschauer kehrten zurück und es ist mir heute schnuppe, ob sie applaudieren, oder Buh rufen, ich stehe auf der Bühne meines Lebens und spiele einfach authentisch MICH, Sigrid, und nicht irgendwelche Dramen.

ICH bin die Hauptrolle in meinem Theaterstück. ICH bin der Mensch mit vielen Akten in meinem Theater. Ich bin daran gewachsen. und Dramen halte ich nicht mehr fest, sie gehören zu einem guten Theaterstück, wegen der Spannung in dem Spiel, jedoch nicht zum Hauptteil und sie bringen einen nicht weiter.

Nehmt eure Rolle einfach nicht so ernst in dem Stück, was Ihr spielt. Werdet nicht zu der Rolle, die ihr gerade spielt., sondern wechselt eure Rollen, dadurch wird das Theaterstück, interessant und bunt.

Einen schönen Wochenanfang, in einem neuen Theaterstück? Es ist nur eine Entscheidung. Will ich, also brauche ich diese Dramen, und das in Dauerschleife, oder will ich Veränderung.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen, alles Liebe und den Mut, die alten Dramen zu verlassen.

(Text Sigrid)