Das Verlangen nach Anerkennung oder ich will doch nur geliebt werden
 

Die meisten Menschen sind Bettler. Sie betteln um Aufmerksamkeit und Anerkennung. “Hey ihr dort, seht ihr mich, wie toll ich bin?”
Sie haben keinen Zugang zu sich selbst und suchen deshalb die Bestätigung im Außen . Ihr Selbstwert ist gering.
Wenn sie nach innen schauen, finden sie nichts. Deshalb brauchen sie andere Menschen, d
ie ihnen sagen, wie toll und liebenswert sie sind.

Da diese äußeren Stimulationen aber immer nur kurzfristig anhalten und damit nicht erfüllend ist, tritt nach einem kurzen Hoch gleich wieder das lange Tief ein.

Und dann ist man wieder am Ausgangspunkt. Man ist innerlich leer und erneut auf der Suche nach Bestätigung.
Ich tue doch wirklich alles, aber das erkennt keiner an und keiner liebt mich .

Dieser Zustand verschlingt viel Kraft und kann niemals zu einem erfüllten Leben führen.

Warum sehnen sich so viele Menschen so krampfhaft nach Anerkennung? Warum wollen sie alle “gesehen werden” oder “jemand sein”?

Ganz einfach: Die Leute sind innerlich leer. Und dieses Loch sollen dann andere stopfen.

Natürlich klappt das nicht, beziehungsweise immer nur kurzfristig.

Man sucht die Anerkennung der anderen Menschen. Man bekommt sie und ist kurz oben auf. Mit dem Verschwinden der Aufmerksamkeit schwindet gleichzeitig aber auch das gute Gefühl, das damit verbunden war.

Plötzlich sind wir nicht mehr der Mittelpunkt, nicht mehr anerkannt, nicht mehr von anderen bestätigt und schon geht’s Gefühlsmäßig bergab.

Und damit beginnt für mich der Kreislauf der Sucht. Einer Sucht des Leidens. Ich suche mir die Droge ( das gute Gefühl der Anerkennung) die mir meine Erwartungen erfüllt . Ich bin Opfer und fühle mich als Opfer und ihr seid dafür verantwortlich. Also fange ich nicht nur an zu suchen, ich fange an zu jammern, ich erkläre den Menschen um mich herum, wie schlecht es mir doch geht. Wie gemein alle zu mir sind. Und was passiert ? Man bekommt wieder Aufmerksamkeit , ja man wird sogar bedauert wie arm man doch dran wäre und wie böse und gemein die anderen doch seien. Nur im allgemeinen stoßen diese Menschen mit dem ständigen Jammern nach einiger Zeit auf immer weniger Interesse. So verfallen sie dann immer mehr in ihr eigenes Leid. Es wird mit der Zeit eng, Familie, Freunde, die Partner ( falls sie überhaupt noch da sind), ziehen sich zurück. Sie fühlen sich zunehmend genervt von dieser Person. Also muss man seinen Kreis und den Kampf um Anerkennung immer weiter nach außen erweitern und suchen . Irgendetwas stimmt doch nicht mit den Menschen um mich rum, ich tue alles für sie und sie füllen mir nicht mein leeres Inneres.

Jeder will ein großartiger Held sein. Aber warum? Weil die Menschen nicht wissen, wer sie sind. Sie ziehen ihren Selbstwert aus dem, was andere Menschen über sie denken. Darum wollen sie stark sein, ein Held, ein super Typ in den Augen der anderen.

Denn wenn ich vor denen gut dastehe und dadurch geliebt werde, dann bekomme ich deren Bestätigung und daraus wiederum ziehe ich in meinen Selbstwert und in ein gutes Gefühl.

Dumm nur, dass diese Anerkennungsphasen sehr kurzweilig sind. Irgendwann geht das Rampenlicht halt mal aus. Und dann sitzt man alleine auf der Bühne des Lebens. Die Zuschauer sind weg und man hat nur noch sich selbst. Und bei den meisten tritt an diesem Punkt eine bedrückende Leere ein.
Jetzt sind sie auf sich selbst gestellt. Sie hören in sich hinein, finden aber nichts. Es ist nichts vorhanden. Ohne die Meinungen der anderen existieren sie praktisch nicht.
Sie haben keine Ahnung mehr, wer sie sind.

Wer bin ich?

Das ist das grundlegende Problem. Die Leute haben keine Ahnung, wer sie sind. Ohne die Aufmerksamkeit und Anerkennung der anderen Menschen verschwindet plötzlich jede Vorstellung über ihre Persönlichkeit.
Wer bin ich denn noch, wenn die anderen mich nicht mehr beachten, wenn sie mich nicht mehr lieben ?

Weil die Menschen nie gelernt haben, auf sich selbst zu vertrauen und ihren Selbstwert aus ihrem Inneren zu ziehen sich selbst zu lieben, gehen sie nach außen. Sie suchen nach Indikatoren aus der Außenwelt, wer sie sind und welchen Wert sie sich selber als Person zuschreiben sollen. Dabei können sie im Grunde nichts dafür. von Kindheit an sollten sie sich an andere orientieren. Sie haben es so gelernt. Bist du nicht, wie ich es gerne habe, bist du für mich nichts wert und man setzt das dann mit ich werde dann nicht geliebt gleich.

Durch dieses Verhalten macht man sich natürlich abhängig von der Außenwelt. Die Menschen schenken dir Beachtung und du fühlst dich gut.
Die Leute entziehen dir ihre Anerkennung und du fühlst dich schlecht.

Das Rampenlicht erlischt, die Aufmerksamkeit versickert und dein Selbstwert verschwindet.
Und nun musst du wieder von ganz vorne anfangen. “Hallo, bitte seht mich wieder, mögt mich wieder!”

Ein endloser Kreislauf.

Du machst deinen inneren Zustand abhängig von den Meinungen der anderen und daraus resultierend musst du dich selber fortwährend verstellen, um den nächsten Etappensiege im “Habt mich bitte lieb”-Spiel zu erringen.
 
Die Liebe und Anerkennung zu Dir selbst kannst Du nur Dir alleine geben.

.Du kannst deinen Selbstwert aus dir selber zu ziehen und nicht daraus, ob und wie andere über dich denken.

Du kannst damit aufhören, krampfhaft nach der Anerkennung anderer Menschen zu suchen.

Das bedeutet: Verstelle dich nicht, nur um zu gefallen. Sei du selber. Höre auf dich selber. Triff deine eigenen Entscheidungen darüber, was gut und richtig ist.

Gib dir selber einen Wert, eben indem du dir selber vertraust und deinen eigenen Geist entwickelst.

Mache das, was du machen willst, unabhängig davon, was andere davon halten könnten

. Höre auf dein Inneres , auf deine Intuition.

Versuche, deinen Selbstwert aus deinem Inneren zu ziehen.
Stelle deine eigenen Regeln auf. Werde dir klar darüber, was deine Werte sind und was du gut findest. Und messe dich nur daran und niemals an dem, was andere oder die Gesellschaft für richtig halten.

Versuche nicht “jemand zu sein”. Sei einfach nur du selber. Und steh dazu. Ganz egal, was die anderen davon halten.

UMSO MEHR DU DICH SELBST LIEBST, UMSO WENIGER WIRST DU NACH ÄUßERER ANERKENNUNG BETTELN !!!!!!!!

Und umso unabhängiger du von äußerer Anerkennung wirst, umso stärker wird dein inneres Selbst.

Du kannst das ganz einfach üben. Immer, wenn du dich tagsüber dabei erwischst, wie du versuchst, anderen zu gefallen um Anerkennung zu bekommen, komme wieder zu dir selbst zurück.

Du wirst bemerken , dass du um dich anzuerkennen, nicht mehr Anerkennung von anderen Menschen brauchst.

Und am Schluss wird es dir ganz egal sein, ob dir Menschen ihre Anerkennung und Liebe geben oder nicht.

Der Witz bei dieser ganzen Geschichte ist nämlich: an dem Tag, an dem du keine Anerkennung von außerhalb mehr nötig hast, wirst du zu einem Magnet werden.
Du wirst eine Selbstliebe und ein Charisma ausstrahlen, das absolut verführerisch ist. Deine Umgebung wird sich zu dir hingezogen fühlen und sie wissen noch gar nicht mal so richtig warum. Aber sie spüren, dass du jetzt jemand wirklich spezielles bist.

Und das bist du.
Du bist wahrlich einzigartig.
Denn: Du liebst dich selber.

Text: Sigrid