Der weibliche Zyklus-Menstruation und Selbstbild.

Fast alle Frauen haben immer wieder Probleme vor, während und nach der Menstruation. Das können Schmerzen, schlechte Laune oder Reizbarkeit sein,
viele Frauen werden durch ihre Tage außer Gefecht gesetzt.

Laut Studien leiden ungefähr ein Drittel aller Frauen im gebährfähigen Alter unter den dem sogenannten Prämenstruellen Syndrom,
kurz PMS genannt. Die auftretenden Beschwerden sind sehr vielfältig und reichen von Hautveränderungen über Spannungsgefühle
bis hin zur Migräne und Schmerzen im Genitalbereich, die einen erfüllenden Geschlechtsverkehr unmöglich machen.
Im psychischen Bereich sind es vor allem Stimmungschwankungen bis hin zu manisch-depressiven Phasen, Angstzustände,
Aggressivität, aber auch Antriebslosigkeit, grundloses Weinen, ein vermindertes Selbstwertgefühl, ein Gefühl der Überforderung bis hin zum Kontrollverlust.
Bei einem Viertel der betroffenen Frauen sind die Symptome sehr ausgeprägt und ungefähr fünf Prozent der betroffenen Frauen berichten
von so starken Symptomen, dass sie sowohl in ihrem Arbeitsumfeld als auch in ihren sozialen Kontakten massiv eingeschränkt sind.

Und dies jeden Monat aufs neue. Hierbei kommt es noch nicht einmal darauf an,
ob sich die Frage nach einer ungewollten Schwangerschaft stellt oder nach einer nicht geglückten, aber gewollten Empfängnis.

Ganz stark verbunden mit dem Zyklus ist das verbundene Selbstbild und das Wertegefühl als Frau. Viele Frauen empfinden den Zyklus als aufgezwungen,
haben sie doch keinerlei Möglichkeit, diesen bewusst zu steuern. Vielleicht besteht das Problem gar nicht darin, dass die Frau einen Zyklus mit Blutung und Eisprung hat,
sondern in der Art und Weise wie mit Ihnen aufgrund der verschiedenen Phasen umgegangen wird und wie sie mit sich selbst umgehen.

Kann es nicht sein, dass genau dieses Verhalten einer genau aufeinander abgestimmten und sinnhaften Gesetzmäßigkeit folgt?

Für die meisten Männer, die den Zyklus als Rhythmus des Lebens noch nicht erkannt haben, erscheinen die Frauen sprunghaft, wechselhaft, unzuverlässig,
schließlich weiß man nie woran man gerade ist. Um diesen Beurteilungen zu entgehen, versuchen die Frauen sich soweit anzupassen,
dass sie in die gesellschaftlichen Normen passen, frau möchte ja nicht auffallen.

Die Folge kann das permanente Unwohlsein in Form von Depressionen, Allergien, Geschwüren und Neuralgien sein. Diese sind jedoch nur ein Ausdruck der unterdrückten Kräfte,
die in den verschiedenen Zyklusphasen wirken.

Genau die Schamgefühle, die infolge der Menstruation auftreten, haben oft den gleichen Hintergrund, wie die Scham infolge der unterdrückten,
dabei doch natürlichen Bedürfnisse nach Sinnlichkeit, Sexualität und Erotik. Es ist die Scham, sich als das sinnliche und sexuelle Wesen zu zeigen,
dass die Frau in den unterschiedlichen Phasen ihres Zyklus auf unterschiedliche Art und Weise ist. Die Folgen sind Schmerzen,
zyklusbedingte psychosomatische Beschwerden und auch die massive Unterdrückung der Möglichkeit, sich als Frau zu verwirklichen. Macht es an dieser Stelle Sinn,
diese Beschwerden mit Medikamenten und Hormonen unterdrückten zu wollen?

Schauen wir doch uns mal die Gesellschaften der Naturvölkern an. Hier wurde das Heranwachsen der Mädchen und ihre Entwicklung zur Frau gewürdigt,
respektiert und auch gefeiert. Die jungen Frauen bekamen den Schutz und die Freiheit, die sie brauchten, um sich als Frau ganz zu entfalten
und sich ihrer Zyklus bedingten Kräfte bewusst zu werden.

In diesen Gesellschaften gab es zeitgemäße Rituale, die den Mädchen den Übergang in die Frauenwelt, aber auch den Jungen den Übergang in die Männerwelt
in sensibler und kraftvoller Weise ermöglicht hat. In diesen Ritualen wurde den jungen Menschen alles Wissen mitgegeben,
dass für ihr Leben als Erwachsene von großer Bedeutung war.

Ein wichtiger Schritt für die Frau ist es, sich und ihre eigenen Kräfte zu erkennen und sich bewusst zu werden über die Sinnhaftigkeit und die strukturellen
Möglichkeiten während der verschiedenen Zyklusphasen. Damit können Sie Ihren Zyklus als Kraftquelle für sich und Ihre Umgebung nutzen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Eisprung und Blutung wie zwei sich ergänzende Pole sind, wie Aktivität und Rückzug, empfangen und abgeben,
wir handeln und geschehen lassen, wird man sich darüber bewusst, hat man besondere Möglichkeiten der Wahrnehmung und auch Handlung.

In der Eisprungsphase ist die Frau nicht nur körperlich, sondern auch geistig empfänglich. Körperlich bereitet sich der Körper vor, ein befruchtetes Ei einzubetten
und die Entwicklung von neuem Leben zu ermöglichen. Der Wunsch der Frau besteht in dieser Zeit zumeist nach einer kraftvoll und intimen Sexualität,
und auch ihre geistigen Schaffenskräfte laufen auf Hochtouren. Übertragen kann man sagen, dass hier die Möglichkeit besteht, alle Pläne zu strukturieren und voranzutreiben,
da diese auf einen fruchtbaren Boden treffen. In der Sexualität besteht jetzt nicht nur die Möglichkeit, ganz bewusst ein Kind zu empfangen. Es bedeutet auch,
dass die geistige Verbindung zum Mann, die Sinnlichkeit und die Verständigung auf ein hohes Niveau angehoben wird. Insgesamt kann man sagen,
dass diese Grundstimmung geprägt ist von der kreativen Kraft der Verwirklichung.

Die Zeit der Menstruation hat dagegen eine ganz andere Grundkraft. Der Körper erfährt eine starke körperliche Reinigung, im übertragenen Sinne kommt es ja
auch zu der geistigen Reinigung von entstandenen Gedanken und Handlungsmustern. Die Frau hat die Neigung sich zurückzuziehen und geistige Krafträume aufzusuchen.
Hier besteht die Möglichkeit, Visionen zur Lösung von intimsten Lebensfragen zu entwickeln. Gerade in dieser Phase ist die Kraft der weiblichen Intuition
sehr stark ausgeprägt und ermöglicht es, Fragen zum Leben aus einer positiven Distanz heraus zu sehen.

Bei vielen Naturvölkern war es so, dass sich die Frauen während der Zeit der Menstruation zurückgezogen haben, ihre Arbeit und Betreuung der Kinder wurde
durch die anderen Frauen erledigt. Sie haben sich zurückgezogen, um zu beten und zu meditieren, die Frauen haben sich rituell
mit den kosmischen Kräften der Natur verbunden.

Beide Pole des Zyklus, der Eisprung und die Menstruation, bilden einen Kreislauf des Lebens. Hierbei muss man noch anmerken, dass dieser Zyklus nicht unbedingt
28 Tage dauern muss, diese Vorgabe ist eine Erfindung der Mediziner, die besonders junge Frauen besonders unter Druck setzt. Schließlich will Frau ja normal sein.
Und so kommt es sehr häufig dazu, dass gerade junge Mädchen sehr häufig die Pille verschrieben bekommen, die aber durch Vortäuschung einer
Dauerschwangerschaft ganz massiv auf den Körper einwirkt.
Hierdurch wird natürlich der Frau die Möglichkeit genommen ganz bewusst ihren eigenen Zyklus selbst zu spüren.

Interessanterweise spricht man in der Medizin nicht von psychischen Ursachen, diese hat am ausdrücklich ausgeschlossen. Nur bei einer ungewollten
oder einer gewünschten aber nicht zustande gekommenen Schwangerschaft werden psychische Ursachen bestätigt. Dies zeigt mir ganz deutlich auf,
wie weit wir in der heutigen Gesellschaft davon entfernt sind, die Frau auch als Frau zu sehen.

Durch die Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit ergeben haben, reicht es heute nicht mehr aus, wenn in einer Ehe mit Kindern nur einer der beiden
Eltern arbeiten geht, früher war das immer der Mann, heute gehen meist beide Elternteile und die Kinder werden so früh wie möglich in Kindergärten oder
ähnlichen Einrichtungen abgegeben. In der Arbeitswelt werden zunehmend mehr männliche Qualitäten gefordert, und selbst Berufe, in denen Frauen früher
ihre Stärken hatten, werden zunehmend auch mit Männern besetzt.

Jeder Mensch trägst sowohl weibliche (Yin) und männliche (Yang) Qualitäten in sich, wobei bei den meisten Frauen die Yin-Qualitäten und bei den meisten
Männern die Yang-Qualitäten überwiegen.

Was uns Menschen als Gleichberechtigung verkauft wurde, ist nichts anderes als eine Gleichschaltung zugunsten der männlichen Qualitäten
und diese Einstellung ist genauso frauenfeindlich wie ein Patriarchat.

(Text Bernd, zum großen Teil aus dem Buch Mind Clearing bzw. Du hast die Macht II)