Der weibliche Zyklus-Menstruation und Selbstbild.

Fast alle Frauen haben immer wieder Probleme vor, während und nach der Menstruation. Das können Schmerzen, schlechte Laune oder Reizbarkeit sein, viele Frauen werden durch ihre Tage außer Gefecht gesetzt. Und dies jeden Monat aufs neue. Hierbei kommt es noch nicht einmal darauf an, ob sich die Frage nach einer ungewollten Schwangerschaft stellt oder nach einer nicht geglückten, aber gewollten Empfängnis.

Ganz stark verbunden mit dem Zyklus ist das verbundene Selbstbild und das Wertegefühl als Frau. Viele Frauen empfinden den Zyklus als aufgezwungen, haben sie doch keinerlei Möglichkeit, diesen bewusst zu steuern. Vielleicht besteht das Problem gar nicht darin, dass die Frau einen Zyklus mit Blutung und Eisprung hat, sondern in der Art und Weise wie mit Ihnen aufgrund der verschiedenen Phasen umgegangen wird und wie sie mit sich selbst umgehen.

Kann es nicht sein, dass genau dieses Verhalten einer genau aufeinander abgestimmten und sinnhaften Gesetzmäßigkeit folgt?

Für die meisten Männer, die den Zyklus als Rhythmus des Lebens noch nicht erkannt haben, erscheinen die Frauen sprunghaft, wechselhaft, unzuverlässig, schließlich weiß man nie woran man gerade ist. Um diesen Beurteilungen zu entgehen, versuchen die Frauen sich soweit anzupassen, dass sie in die gesellschaftlichen Normen passen, frau möchte ja nicht auffallen.

Die Folge kann das permanente Unwohlsein in Form von Depressionen, Allergien, Geschwüren und Neuralgien sein. Diese sind jedoch nur ein Ausdruck der unterdrückten Kräfte, die in den verschiedenen Zyklusphasen wirken.

Genau die Schamgefühle, die infolge der Menstruation auftreten, haben oft den gleichen Hintergrund, wie die Scham infolge der unterdrückten, dabei doch natürlichen Bedürfnisse nach Sinnlichkeit, Sexualität und Erotik. Es ist die Scham, sich als das sinnliche und sexuelle Wesen zu zeigen, dass die Frau in den unterschiedlichen Phasen ihres Zyklus auf unterschiedliche Art und Weise ist. Die Folgen sind Schmerzen, zyklusbedingte psychosomatische Beschwerden und auch die massive Unterdrückung der Möglichkeit, sich als Frau zu verwirklichen. Macht es an dieser Stelle Sinn, diese Beschwerden mit Medikamenten und Hormonen unterdrückten zu wollen?

Schauen wir doch uns mal die Gesellschaften der Naturvölkern an. Hier wurde das Heranwachsen der Mädchen und ihre Entwicklung zur Frau gewürdigt, respektiert und auch gefeiert. Die jungen Frauen bekamen den Schutz und die Freiheit, die sie brauchten, um sich als Frau ganz zu entfalten und sich ihrer Zyklus bedingten Kräfte bewusst zu werden.

In diesen Gesellschaften gab es zeitgemäße Rituale, die den Mädchen den Übergang in die Frauenwelt, aber auch den Jungen den Übergang in die Männerwelt in sensibler und kraftvoller Weise ermöglicht hat. In diesen Ritualen wurde den jungen Menschen alles Wissen mitgegeben, dass für ihr Leben als Erwachsene von großer Bedeutung war.

Ein wichtiger Schritt für die Frau ist es, sich und ihre eigenen Kräfte zu erkennen und sich bewusst zu werden über die Sinnhaftigkeit und die strukturellen Möglichkeiten während der verschiedenen Zyklusphasen. Damit können Sie Ihren Zyklus als Kraftquelle für sich und Ihre Umgebung nutzen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Eisprung und Blutung wie zwei sich ergänzende Pole sind, wie Aktivität und Rückzug, empfangen und abgeben, wir handeln und geschehen lassen, wird man sich darüber bewusst, hat man besondere Möglichkeiten der Wahrnehmung und auch Handlung.

In der Eisprungsphase ist die Frau nicht nur körperlich, sondern auch geistig empfänglich. Körperlich bereitet sich der Körper vor, ein befruchtetes Ei einzubetten und die Entwicklung von neuem Leben zu ermöglichen. Der Wunsch der Frau besteht in dieser Zeit zumeist nach einer kraftvoll und intimen Sexualität, und auch ihre geistigen Schaffenskräfte laufen auf Hochtouren. Übertragen kann man sagen, dass hier die Möglichkeit besteht, alle Pläne zu strukturieren und voranzutreiben, da diese auf einen fruchtbaren Boden treffen. In der Sexualität besteht jetzt nicht nur die Möglichkeit, ganz bewusst ein Kind zu empfangen. Es bedeutet auch, dass die geistige Verbindung zum Mann, die Sinnlichkeit und die Verständigung auf ein hohes Niveau angehoben wird. Insgesamt kann man sagen, dass diese Grundstimmung geprägt ist von der kreativen Kraft der Verwirklichung.

Die Zeit der Menstruation hat dagegen eine ganz andere Grundkraft. Der Körper erfährt eine starke körperliche Reinigung, im übertragenen Sinne kommt es ja auch zu der geistigen Reinigung von entstandenen Gedanken und Handlungsmustern. Die Frau hat die Neigung sich zurückzuziehen und geistige Krafträume aufzusuchen. Hier besteht die Möglichkeit, Visionen zur Lösung von intimsten Lebensfragen zu entwickeln. Gerade in dieser Phase ist die Kraft der weiblichen Intuition sehr stark ausgeprägt und ermöglicht es, Fragen zum Leben aus einer positiven Distanz heraus zu sehen.

Bei vielen Naturvölkern war es so, dass sich die Frauen während der Zeit der Menstruation zurückgezogen haben, ihre Arbeit und Betreuung der Kinder wurde durch die anderen Frauen erledigt. Sie haben sich zurückgezogen, um zu beten und zu meditieren, die Frauen haben sich rituell mit den kosmischen Kräften der Natur verbunden.

Beide Pole des Zyklus, der Eisprung und die Menstruation, bilden einen Kreislauf des Lebens. Hierbei muss man noch anmerken, dass dieser Zyklus nicht unbedingt 28 Tage dauern muss, diese Vorgabe ist eine Erfindung der Mediziner, die besonders junge Frauen besonders unter Druck setzt. Schließlich will Frau ja normal sein. Und so kommt es sehr häufig dazu, dass gerade junge Mädchen sehr häufig die Pille verschrieben bekommen, die aber durch Vortäuschung einer Dauerschwangerschaft ganz massiv auf den Körper einwirkt. Hierdurch wird natürlich der Frau die Möglichkeit genommen ganz bewusst ihren eigenen Zyklus selbst zu spüren.

(Text Bernd, aus dem Buch Mind Clearing bzw. Du hast die Macht II)