Gegebenheiten und Anschauungen

Unsere Gedanken steuern die Welt.

Diese Aussage dürfte für die meisten der Leser hier schon selbstverständlich sein, nur möchte ich diesen Gedanken mal ein wenig verfeinern.
Grundsätzlich können wir einmal festhalten, dass die Realität erst in unserem Bewusstsein entsteht, ohne uns als Beobachter wäre da nichts.
Die nächste Schlussfolgerung ist, dass Realität immer subjektiv ist, wobei ich zugeben muss, dass wir viele Annahmen über die Realität gleich haben.
Wenn also draußen die Sonne scheint, haben viele eine sehr ähnliche Realität. In diesem Fall die mit gutem Wetter.

Und damit habe ich bereits einen sehr wichtigen Begriff verwendet, den der Annahmen. Der zweite wichtige Gedanke sind die Gegebenheiten.
Was ist denn nun der Unterschied und warum kommt es darauf an, hier den Unterschied zu sehen?

Gegebenheiten wirken sich für jeden Menschen aus, unabhängig vom Ort, von der Rasse, vom Glauben oder von der Kultur. Gegebenheiten können wir nicht verändern.
Eine Gegebenheit ist die Erde, Geburt und Tod, Schwerkraft, Sonne, Luft, Hitze, Kälte etc.

Man kann Gegebenheiten eliminieren, wie dies zum Beispiel bei den Dinosauriern geschehen ist. Oder man kann die Gegebenheiten nutzen, um etwas damit zu machen,
mit der Kraft des Wassers in einem Staudamm erzeugen wir Strom, und dieser kann benutzt werden, um die Wohnung zu beleuchten oder das Bier kalt zu stellen.

Die Gedanken, die wir beeinflussen können und die damit unser Leben beeinflussen, sind die Annahmen. Man kann sie auch Glaubenssätze oder Überzeugungen nennen.
Annahmen sind Vorstellungen von Gegebenheiten und sie betreffen auch nicht jeden und auch nicht immer und zu jeder Zeit, an jedem Ort.

Die Annahmen über Gegebenheiten sind es, die unser Leben maßgeblich beeinflussen.

Hier mal ein paar Beispiele:
Das Leben ist kein Ponyhof
Erfolg ist Glücksache
Was auch immer geschieht ist Schicksal
Ich bin wertlos
Ich kann handeln wie ich will.

Dies alles sind Annahmen, von denen einige dienlich sind, andere nicht.


Die Gegebenheiten dazu sind:

Das Leben ist….
Erfolg ist …..
Was auch immer geschieht…..
Ich bin …….
Ich kann handeln ……..

Diese Begriffe sind Gegebenheiten, alles was wir darüber hinaus beifügen, sind Annahmen, Überzeugungen, Glaubenssätze.
Und diese können wir verändern und damit auch die Erfahrung verändern, die wir durch diese Annahmen erleben.

Annahmen kann man wie einen Filter sehen, den wir zwischen der Wahrnehmung der Sinne und der Interpretation in unserem Bewusstsein geschaltet haben.

Wenn ich überzeugt bin: „Das Leben ist schwer“, dann bekomme ich auch das geliefert, bin ich aber überzeugt: „Das Leben ist leicht“, geht es auch anders.
Und dann brauche ich nur zu fragen, was ich möchte.

Woher kommen die Annahmen, Überzeugungen und Glaubenssätze? Wir nehmen unentwegt ab der Zeugung Informationen auf, bis zur Pubertät auch noch ziemlich ungefiltert,
und daraus entstehen sie. Der Ursprung liegt also in der Vergangenheit, die aber genaugenommen nicht mehr existiert, denn es gibt ja nur das Jetzt.
Sobald ich also erkenne, dass Annahmen für mich nicht oder nicht mehr dienlich sind, darf und kann ich sie zum dienlichen verändern.

Oftmals haben sich Anschauungen dadurch, dass wir sie immer über den gleichen Wahrnehmungsfilter betrachtet haben,
sehr verfestigt und man muss ein wenig rütteln, um sie zu lösen. Aber es geht. Denk mal drüber nach.