Greift Gott in unser Leben ein?

Immer wieder kommen Diskussionen auf über die Frage, ob Gott in unser Leben aktiv eingreift oder nicht.
Da die Ansichten hierüber sehr stark auseinander gehen, will ich hier mal meine Sicht der Frage darlegen.

Ich sehe Gott nicht als eine Person, so wie es in vielen Religionen vorgegeben wird, sondern für mich ist Gott Universelles Bewusstsein,
welches sich überall als Individuelles Bewusstsein zeigt.

Was bedeutet es? Gott ist Alles was ist und damit gibt es für dieses Universelles Bewusstsein keine Unterscheidungen. Um Erfahrungen zu machen,
teilt sich dieses Bewusstsein auf alle Individuen auf und geht damit in die Dualität, in der wir uns befinden.

Wir können nicht nur die Unterschiede feststellen, wir können damit alle Nuancen des Lebens erfahren. Also nicht nur hell und dunkel,
warm und kalt und so etwas, wir können auch in Kommunikation mit allem treten und so das Leben erfahren. Und ja, wir erleben auch das
Gefühl der Trennung von anderen, aber dies ist nur eine nützliche Illusion, die notwendig ist um Erfahrungen sammeln zu können.

 

Doch kommen wir zu der Frage zurück, ob Gott in unser Leben eingreift. Bei vielen Ereignissen auf der Welt müsste man ja eigentlich auf den Gedanken kommen,
dass Gott hier mal dringend eingreifen müsse und weil er all diese Dinge zulässt, wird es von manchem als Beweis seiner Nichtexistenz gewertet.
Da wir aber nicht wissen, welche Erfahrungen jeder machen möchte, lasse ich dieses Argument nicht gelten.

 

In der HUNA-Lehre aus Hawaii gibt es ein schönes Denkmodell, welches meines Erachtens die Frage nach Gott und seiner möglichen Einmischung sehr gut beantwortet.
Dort unterteilt man die Persönlichkeit eines jeden Menschen in drei Anteile, die alle zusammen wirken und damit erst die Person ausmachen.
Kurz und knapp gesagt haben wir den Verstandesaspekt LONO, den unbewussten Aspekt KU und den überbewussten Aspekt KANE.

 

Der Verstandesaspekt LONO erlaubt uns die Beurteilung von allem, was uns begegnet und er erlaubt uns, bewusste Entscheidungen und Überlegungen zu treffen.

 

Das Unbewusste in uns, das KU, steuert unseren Körper, es speichert unsere Erinnerungen und es trifft Entscheidungen auf Basis seiner Erinnerungen,
ohne diese Erinnerungen noch einmal neu zu bewerten. Denn was wir abgespeichert haben, wurde ja schon einmal beurteilt, zumindest ab der Pubertät,
denn vorher war der Verstand noch nicht vorhanden. Da haben wir die Informationen, Glaubenssätze und Überzeugungen unserer engeren
Bezugspersonen übernommen. Das KU ist neben diesen Aufgaben auch für die Kommunikation auf energetischer Ebene zuständig,
was uns solche Möglichkeiten wie Telepathie und Ahnungen ermöglicht. Das Unbewusste kommuniziert mit dem Bewusstsein lediglich über Gefühle
und im Schlaf oder in der Meditation über Träume und Bilder.

 

Das KANE, der Überbewusste Anteil in uns, ist dafür Zuständig, unsere Realität zu gestalten. Seine Vorgaben bekommt es aus dem Unbewussten,
ein direkter Zugriff auf dem Verstandesaspekt ist nicht möglich. Dieses KANE mischt sich nicht in unsere Entscheidungen ein, es sei denn, wir drohen,
unseren Lebensweg zu verlassen. Man kann es sich so vorstellen, als hätten wir uns vorgenommen, von einem Ufer des Meeres zu einem anderen zu gelangen.
Wir haben die Wahl, wen wir auf unserer Fahrt mitnehmen, an welchen Inseln wir Halt machen, und das KANE greift nur ein, wenn wir drohen,
unseren Lebensweg komplett zu verlassen. Dann kommen kleinere oder größere „Zufälligkeiten“ in unser Leben und bringen uns wieder auf Kurs.

 

Die Frage ist nun, ist es Gott, der uns leitet oder ist es der göttliche Teil, der es macht? Ich erachte es nur als wichtig zu erkennen, dass es nichts ist,
was uns von Außen bevormundet, wir selbst haben damit zu tun.

 

Immerhin haben wir den Freien Willen, der allerdings erst dann genutzt wird, wenn wir uns hinterfragen und bewusste Entscheidungen treffen.
Vorher leben wir nur auf Autopilot, gesteuert von unseren aufgenommenen Programmen.