Wie kann ich denn meine Gedanken verändern?

Letztens fragte mal jemand, wie er denn seine Gedanken verändern könne, immerhin kommen die ja einfach so.

Da frage ich doch mal zuerst, woher kommen denn die Gedanken? Oder entstehen sie vielleicht gerade erst? Sind sie neu?
Und warum sind sie dann, wie sie sind? Warum denken wir was?

Wenn ich etwas betrachte und mir meine Gedanken mache, dann ist es recht einfach zu erkennen. Betrachte ich zum Beispiel die Tastatur hier vor mir,
dann weiß ich, dass sie aus Kunststoff und elektronischen Kontakten und Bauteilen besteht, ich weiß, wozu die Tasten gut sind und so weiter.
Ich habe gerade mein Gedächtnis durchforstet, habe aus meiner Erinnerung Wissen abgerufen, um die Gegenstand vor mir zu erklären.

Doch was ist mit den Gedanken, die einfach dann kommen, wenn man gerade einmal zur Ruhe kommt? Wo kommen diese Gedanken dann her?
Nun, der Verstand möchte nicht, dass wir zur Ruhe kommen und so kramt er aus dem Unbewussten alles raus, was noch gedacht werden kann.
Jeder, der mit Meditation beginnt, kann ein Lied davon singen. Sobald man zur Ruhe kommen will, sauste ein Gedanken nach dem anderen an einem vorbei.

Was sind dies denn nun für Gedanken, die einfach so kommen? Sowohl die Gedanken, die ich mir mache, wenn ich etwas beobachte als auch die Gedanken,
die dann kommen, wenn ich zur Ruhe komme, kommen aus Denkmustern im Unbewussten. Und wenn ich nicht aufpasse, verstärken sie sich selbst.

Ein tägliches Beispiel gefällig? Wenn ich beim Autofahren feststelle, dass viele Idioten unterwegs sind, dann basiert dies auf meiner Erfahrung aus der Vergangenheit.
Denn wenn ich nicht wüsste, wie Idioten fahren, könnte ich das nicht einsortieren. Und weil ich das denke, begegnen mir noch mehr Idioten im Straßenverkehr,
weil ich sie mit meinen Gedanken ja erschaffe. Eine tolle Gedankenspirale.

Aha, und wie komme ich aus der Spirale raus? Durch Aufmerksamkeit und Beobachtung der eigenen Gedanken. Um beim obigen Beispiel zu bleiben,
wenn ich mich bei dem Gedanken an die Idioten ertappe, ändere ich mein Denken in eine Richtung, die mir besser gefällt. Im einfachsten Fall kann ich
(gedanklich) alle loben, die gut fahren. Und was geschieht? Plötzlich fahren alle gut.

Und so kann ich mit allen Themen umgehen. Mit den Gedanken weg vom destruktiven Pol zum konstruktiven Pol. Man könnte auch sagen, weg von negativen,hin zum positiven, aber das ist schon wieder sehr subjektiv.

Ganz nebenbei liegt hier auch der „Freie Wille“, nämlich dann, wenn ich meine Gedanken und mein Tun hinterfrage, und das nicht dienliche ersetze.
Und das ist Freiheit.

Mache ich dies nicht, durchlaufe ich nur Programme, ich tue und denke nicht das, was ich will, sondern das, was in mir gespeichert ist. Und das meiste ist da nicht von mir,
sondern wurde mir von anderen vermittelt.
Kamm man ja mal drüber nachdenken