Kontrolldramen

Kontrolle

Mind Clearing ist eigentlich eine ganz klare Sache, die Ursache aller unliebsamen Lebensumstände inklusive von Krankheiten in den Glaubenssätzen liegt,
die wir irgendwann mal aufgenommen haben und die nicht oder nicht mehr zu unserer Seele passen, was dann die Ungelösten Seelischen Konflikte auslöst.

Jedoch fällt immer wieder auf, wie schwer es sich manche machen, einfach anzufangen.
Ist es nur der Verstand, der sich gegen eine Änderung sträubt und lieber weiter im Leiden bleibt?

In manchen Fällen sehe ich aber auch, das die Betroffenen Strategien entwickelt haben, sich Energie von anderen zu holen, um damit ihr Leiden erträglich zu machen.
Weil sie die Energie nicht in sich selbst haben. Dies lässt mich natürlich auch an die Kontrolldramen denken, wovon es mehrere gibt.

1.) Drama „Das arme Ich“.
Das „arme Ich“ ist das passivste aller Kontrolldramen, es ist die Opfer-Strategie, man bemüht sich um Aufmerksamkeit, indem man Sympathie und Mitleid erregt.
Bei der Begegnung mit dem „armen Ich“ werden wir sofort in einen beunruhigenden Dialog verwickelt, der grundlose Schuldgefühle in uns aufsteigen lässt.
Diese Person drängt uns gleich in die Rolle des Verantwortlichen: „Ich wollte ja Hilfe, aber Du hast mich nicht verstanden“, oder „Eigentlich hatte ich erwartet,
dass Du gestern anrufst, aber Du hattest wohl etwas anderes zu tun“ oder so in der Art.
Alles kann zum Vorwurf umfunktioniert werden, abhängig davon, wie wir zu dem „armen Ich“ stehen. Wir bekommen ständig den unterschwelligen Vorwurf,
wir hätten die benötigte Hilfe versagt.
Das „arme Ich“ verlangt ständig nach Sympathiekundegebungen, indem es impliziert, das du doch gefälligst seine Misere aus der Welt schaffen sollst.
Dieses Drama ist natürlich unbewusst, es entspringt einem kindlichen Weltbild und es ist damit eine dringend benötigte Überlebensstrategie.
Das „arme Ich“ fühlt sich nicht angenommen und wertgeschätzt. niemand nimmt auf seine Bedürfnisse Rücksicht. Und die Welt des „armen Ichs“ ist zu furchteinflössend,
um direkt oder mit klaren Forderungen an die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse heranzugehen.
Da auch unbewusste Weltbilder eine nachhaltige Wirkung auf die Umwelt haben, zieht das „arme Ich“ natürlich auch immer genau die Menschen in sein Leben,
die es immer gefürchtet hat beziehungsweise interpretiert das Verhalten der anderen auch immer als solches. Das Universum reagiert eben darauf, das es genau diese Umwelt erzeugt,
die der Mensch erwartet und damit begibt sich dieses Kontrolldrama in genau den Teufelskreis, den es so fürchtet.

Worum geht es dem „armen Ich“? Es geht um die Gewinnung von Energie, also müssen wir gewillt sein, diesem armen Wesen ganz bewusst Energie zu spenden,
schon mit dem ersten Wort, das wir an diese Leute richten.

Als nächstes können und sollten wir überprüfen, ob die uns eingepflanzten Schuldgefühle eventuell berechtigt sind. Haben wir tatsächlich jemanden, der Hilfe benötigt,
hängen lassen oder neigen wir dazu, leidgeprüften Menschen die Sympathie vorzuenthalten? Diese Frage können wir natürlich nur für uns selbst beantworten.

Wenn wir einem „armen Ich“ Energie geben und nach einer Weile feststellen, das dieses Drama weiter unverändert fortgesetzt wird, können wir es durchbrechen,
in dem wir das Drama selbst zum Gesprächsthema machen. Es endet in der Regel dann, wenn es bewusst gemacht wird.
Eine Möglichkeit hierzu wird mit einem Satz in der Art: „Ich habe das Gefühl, dass Du meinst, ich müsse mich nun schuldig fühlen“ eingeleitet.
Oftmals wird das „arme Ich“ sich nun abgelehnt fühlen, oder es ist gekränkt. Hier hilft nur, weiter Energie zu geben, es weiter mit unserer Aufmerksamkeit überschütten,
denn darum geht es in Wirklichkeit. Durchhalten, und im besten Fall der Person schonend mitteilen, was für eine Taktik sie da anwendet

2.) Drama: Der Unnahbare
Der „Unnahbare“ ist jemand, der uns in einem Gespräch immer mit vagen Andeutungen hängen lässt. Er wirkt distanziert, widerwillig und murmelt kryptische Entgegnungen.
Nie sagt er genau, worum es ihm geht. Er hüllt sich in vage Äußerungen, die uns dazu bringen sollen ,weiter nachzubuddeln, um an weitere Informationen zu kommen,
die er uns normalerweise ohne irgendeine Anstrengung sofort geben könnte. Unwillkürlich konzentrieren wir uns immer weiter auf den „Unnahbaren“,
um in seine Erlebniswelt einzudringen und geben ihm damit den benötigten Energieschub.
Natürlich ist nicht jeder, der nicht alle Informationen herausgibt, ein „Unnahbarer“, denn seine Verschlossenheit kann auch andere Gründe haben,
die in seiner Privatsphäre begründet sein kann. Dies gilt es dann natürlich auch zu respektieren.

Die Distanzierungsstrategie, die zum Energieraub führt, ist etwas ganz anderes, denn der „Unnahbare“ versteht es hervorragend, sich interessant genug zu machen,
damit wir nachbohren, doch gehen wir einen Schritt auf ihn zu, wird er gleich wieder zurückweichen und mit der nächsten vagen Äußerung wieder unser Interesse anstacheln.
Wenden wir uns nun gar ab, weil wir denken, das diese Person sowieso nicht auf uns eingehen will, wirf der gleich den nächsten Köder aus und das Spiel geht unvermindert weiter.

Auch diese Strategie beruht auf frühen Kindheitserlebnissen, meist konnten sich die Unnahbaren als Kind nicht frei ausdrücken, und so lernte dieser Mensch schon sehr früh,
die Kommunikation mit anderen sehr vage zu halten, um trotzdem die benötigte Aufmerksamkeit zu erhalten.

Wie gehen wir denn nun am besten mit dem Unnahbaren um? Zunächst müssen wir ihn freiwillig mit der benötigten Energie überschütten, denn damit reduzieren wir den Druck,
der auf dem Unnahbaren lastet. Erst dann können wir versuchen, das Drama bewusst zu machen. Ein Versuch ist es in diesem Fall, weil der Unnahbare zwei Reaktionen zeigen kann.
Er kann vollends einschnappen und jede weiter Kommunikation abbrechen, dies ist jedoch ein Risiko, das wir eingehen müssen, denn sonst endet das Drama nie.
Im günstigeren Fall wir der Unnahbare die Kommunikation zwar nicht abbrechen, aber standhaft leugnen, das er diese Strategie verfolgt. Wir können dann den Dialog fortsetzen,
freundlich, aber bestimmt. Und können dann nur hoffen, das sich eine neue, bewusstere Umgangsform ergibt.

3.) Drama „Der Vernehmungsbeamte“
Das Drama des Vernehmungsbeamten ist sehr weit verbreitet, es ist recht aggressiv. Bei dieser Taktik wird Kritik benutzt, um anderen die Energie zu stehlen.

Kommen wir in Kontakt mit einem Vernehmungsbeamten, so haben wir gleich das eindeutige Gefühl, überprüft zu werden, wir werden in die Rolle des Unzulänglichen gedrückt.
Der Vernehmungsbeamte erscheint uns so, als wäre er der einzige fähige Mensch weit und breit und er ist sogar noch bereit, uns zu helfen, unsere Schwächen zu korrigieren.
Seine Kritik kann sich auf alles Beziehen, unsere Ausdrucksweise, unsere Arbeit, unsere Kleidung und auch unser Leben insgesamt.

Die unbewusste Strategie des Vernehmungsbeamten besteht darin, andere auf etwas hinzuweisen, das diese übersehen haben und sie damit nachdenklich zu machen.
Kaum steigen wir auf diese Kritik ein, verlieren wir den inneren Halt, und wenn das geschieht, sehen wir die Situation aus Sicht des Vernehmungsbeamten, geneigt,
sein Weltbild zu übernehmen. Eigentlich ist der Vernehmungsbeamte in seiner Wahrnehmung der oberste Richter, und alle anderen haben sich seinem Urteil zu fügen.
Damit sichert er sich den kontinuierlichen Zufluss der Energie seines Umfeldes zu.

Der Vernehmungsbeamte nimmt unbewusst die Welt als ein gefahrvolles Chaos wahr, in seinen Augen läuft nichts glatt oder ordnungsgemäß, es sei denn,
er kontrolliert das Verhalten und die Wertvorstellungen der anderen. Er ist der Held, der diese Welt aufrecht erhält und rettet. Meist fehlten dem Vernehmungsbeamten
in der Kindheit die Eltern oder sie haben ihm nicht genug Zuwendung gegeben. In diesem Energievakuum hat er sich die Aufmerksamkeit und Energie auf die einzig
mögliche Art und Weise besorgt, in dem er auf Irrtümer und Fehler hingewiesen hat und das Benehmen anderer kritisiert hat.

Der Umgang mit einem Vernehmungsbeamten besteht einfach darin, zentriert in unserer Mitte zu bleiben, uns nicht auf die Kritik einlassen, und somit die Ruhe bewahren können,
dem anderen klar zu machen, was wir empfinden, warum wir uns zurechtgewiesen fühlen.

Dem Vernehmungsbeamten stehen nun zwei Möglichkeiten der Reaktion zu Verfügung. Er kann entweder bestreiten, uns kritisiert zu haben, oder er geht in die Gegenoffensive,
indem er sich kritisiert fühlt. In beiden Fällen können wir nur die Ruhe bewahren, und weiterhin unsere Sichtweise klar legen.

Eine weitere Strategie des Vernehmungsbeamten kann es hier sein, beide Möglichkeiten zu kombinieren. Er erkennt unsere Kritik an, weist uns aber gleichzeitig darauf hin,
das wir unsere Fehler übersehen haben.

Eine konstruktive Lösung besteht nun darin, dem Vernehmungsbeamten klarzumachen, das man seine Mitmenschen auch auf Versehen aufmerksam zu machen,
ohne ihnen dabei das Selbstbewusstsein zu untergraben. Natürlich kann es nun passieren, das der Vernehmungsbeamte sich zurückzieht und nichts mehr mit uns zu tun haben will. Immerhin nehmen wir ihm die Möglichkeit, uns unsere Energie zu rauben. Aber dieses Risiko müssen wir eingehen, wenn wir uns selbst treu bleiben wollen.

4.) Drama: Der Einschüchterer
Das aggressivste Kontrolldrama ist der Einschüchterer. In Minutenschnelle fühlen wir uns nicht nur ausgelaugt, sondern auch alarmiert und vermutlich auch bedroht.
Ein Einschüchterer erweckt den Eindruck, als können wir ihm nichts anhaben, er demonstriert seine Starke und seinen Zorn, indem er destruktiv mit seiner Umgebung umgeht.
Er setzt sich konsequent in den Mittelpunkt und schafft eine Atmosphäre, in der sich alle andern dermaßen unsicher fühlen, das sie sich ausschließlich auf ihn konzentrieren.
Wenn jemand den Eindruck erweckt, er könne jeden Moment die Kontrolle verlieren und Gewalt anwenden, behält man ihn besser im Auge.
Wenn er in einer Unterhaltung seinen Standpunkt vertritt, werden sich die meisten bereitwillig unterordnen. 
Woher kommt ein solches Drama? Es entsteht in der Kindheit und in Gesellschaft anderer Einschüchterer, in der er nur überleben konnte, wenn er aggressiver als die anderen war,
und so seine Strategie perfektioniert hat. Es gab keinen anderen Weg, seinen ständigen hohen Energieverbrauch zu kompensieren und neue Energie aufzunehmen.

Was kann man gegen den Einschüchterer tun? Die Schuldzuweisungen eines „armen Ichs“ sind nutzlos, es kümmert ihn einfach nicht. Der Unnahbare wird einfach ignoriert
und auf den Vernehmungsbeamten reagiert der Einschüchterer normalerweise mit Wutausbrüchen und roher Gewalt. Eine Möglichkeit wäre natürlich,
den Energieraub solange zu ertragen, bis man selbst stark genug ist, als Einschüchterer dagegen zu halten. Ob das aber ein erstrebenswertes Ziel ist,
lasse ich mal im Raum stehen.

Da in der Realität des Einschüchteres die Welt unberechenbar, explosiv und gewalttätig ist, sieht er nur sich und meint, jeder sei nur auf sich angewiesen. Die Folge ist,
das er eigentlich von jedem zurückgestoßen wird, niemand zeigt Mitgefühl und so wird aus dem Drama eine Spirale, aus welcher der Einschüchterer kaum noch hinauskommt.
Seine Realität zeigt ihm ja immer nur diese Welt, und so verhärtet er zunehmend.

Was also kann man effektiv tun, wenn man auf einen Einschüchterer trifft? Wenn man sich in Gefahr befindet, ist der sofortige Rückzug natürlich die beste Wahl.
Ist man in einer längeren Beziehung zu dem Einschüchterer, hilft es meist nur, sich Hilfe bei den Behörden zu suchen. Denn hier ist für eine Änderung echte therapeutische Arbeit gefragt,
die leider in unserer Gesellschaft selten geleistet wird. Wenn der Einschüchterer, was sehr häufig vorkommt, aufgrund seiner Gewaltausbrüche ins Gefängnis kommt,
so wird er meist nach einer gewissen Zeit wieder entlassen, so das sie weiter in dem Zustand zwischen Angst und Gewalt leben.

Wie kann man den gesamten Kontrolldramen entkommen, wie kann man sich vor unkontrolliertem Energieabzug schützen? Nur dadurch, das man sich der Kontrolldramen entzieht,
sie durchschaut und wenn möglich Klarheit reinbringt.

Nur wenn alle Menschen reif genug sind, auf solche Dramen verzichten zu können, wird ein friedliches Miteinander in Harmonie und gegenseitigem Respekt möglich.