Wahrheitsfindung durch Induktives Denken


Charles Haanel schreibt in dem elften Kapitel des Masterkey Systems über eine Methode, die er als induktives Denken bezeichnet.

Da ich es für sehr wichtig halte, möchte ich doch ein paar Zeilen dazu loswerden.

Induktives Denken besteht darin, so viele Einzelfälle wie möglich miteinander zu vergleichen, um die Gemeinsamkeiten zu finden. In einer ganz freien Interpretation möchte ich einfach mal verdeutlichen, was ich darunter verstehe und warum dieses Thema aus dem Buch von 1912 heute aktueller ist als je zuvor.

Gerade auch im spirituellen Bereich finden wir sehr viele Informationen, speziell seit „the secret“ ist dieser Bereich aktueller denn je. Doch wie kommen wir denn nun dahin herauszufinden, welche „Wahrheit“ denn auch unsere Wirklichkeit ist?

Die Themen, mit denen sich die Menschen dahingehend beschäftigen, sind dermaßen vielfältig, dass es schon sehr spannend ist. Ja, und was für den einen stimmig ist und funktioniert, braucht ja auch nicht für alle passend zu sein.

Wie gehe ich denn nun am besten an solche Informationen heran? Na ja, als erstes stelle ich mir die Frage, ob ich das, was ich da gerade erfahre, für möglich halte. Ist es nicht der Fall, kann es sein, dass es tatsächlich nicht funktioniert oder dass ich noch kein Bewusstsein für dieses fremde Gebiet habe.

Wenn ich nun den Eindruck habe, es kann so sein, dann vertiefe ich das Thema so gut es geht, und versuche die Gemeinsamkeiten zu ergründen, die dieses Thema mit anderen Themen hat, die ich bereits kenne. Und so kann ich nach und nach die tatsächlichen Wirkmechanismen herausfinden, denn eigentlich kommen alle funktionierenden Methoden auf ein und dasselbe raus.

Aber welche Methode ist denn nun die Beste? Ich sage da mal ganz einfach, diejenige, die Du kannst und die am besten zu dem Ziel passt, das Du erreichen möchtest. Wirksamkeit ist eben das Maß der Wahrheit. Nimm einfach genau das, was für Dich im Moment funktioniert. 

Im Übrigen ist diese Methode auch diejenige, die der gesamten Wissenschaft zugrunde liegt, nur funktioniert sie da nicht immer. Warum nicht? Das hat zwei Gründe. 

Zum einen ist es so, dass viel zu oft vereinfacht wird, So wird zum Beispiel in der Medizin die Wirksamkeit eines Mittels daran gemessen, bei wie viel Patienten das Mittel hilft. Nehmen wir einmal eine Pille gegen Kopfschmerzen, wenn die bei 80 % der Patienten hilft, dann gilt sie als wirksam. Na ja, hier geht es eben nur um Unterdrückung von Symptomen. Kommen beispielsweise 100 Patienten zum chinesischen Arzt, dann hat dieser 100 verschiedene Diagnosen und demzufolge auch ebenso viele Therapien. Man kann eben Menschen nicht gleichschalten, dafür sind sie viel zu komplex.

Der zweite Grund ist einer, den wir aus der Quantenphysik kennen, und dies ist die Rolle des Beobachters. Wie wir wissen, entscheidet der Geist des beobachtenden durch seine Erwartungshaltung mit, welches Ergebnis bei einem Versuch herauskommt. Nehmen wir einfach mal das berühmte Doppelspaltexperiment, mit dem man untersucht, ob zum Beispiel Licht Welle oder Teilchen ist. Je nachdem, was der Beobachter erwartet, wird das Ergebnis eins von beiden sein.

Also, bleiben wir weiter neugierig, schauen auch weiter über unseren Tellerrand und lernen weiter. Ich bin überzeugt, die Wahrheit ist relativ einfach.

Bernd